Einkochen für Anfänger im Backofen

Gewölbekeller Vorräte

Und jetzt haste dir gedacht: „Ich will auch so nen Vorrat mit leckerem Zeugs?“ Ha – dann Glückwunsch, dann hab ich dich mit dem Einkochvirus angesteckt. 🙂

Jetzt hast du wahrscheinlich viele Fragen: Brauche ich einen speziellen Topf? Unmengen von roten Gummiringen und Gläsern und am besten noch Laborbedingungen? Dann kann ich dich an dieser Stelle beruhigen: nein, brauchst du (erstmal) nicht.

Einkochen ist für den Anfang ganz einfach: Du brauchst einen Backofen, Schraubgläser und dein Einkochgut. Das reicht dir erstmal.

Fang ganz einfach an

Koche eine Gemüsebrühe. Falls du nicht so recht weißt, wie das geht, findest du hier mein Rezept für die Null-Euro-Brühe. Nimm deinen größten Kochtopf, denn so ein, zwei Liter – oder gerne mehr – dürfen es schon sein, damit sich der Aufwand auch lohnt. Benutze dabei bitte keine Fix-Produkte oder Brühpulver & Co. – ob Bio oder Unilever ist dabei ganz egal. Denn dann besteht die Gefahr, dass die Gläser ihr Vakuum nach dem Einkochen aufgeben, weil die Hefen aus den Pülverchen im Glas weiter gären und es so undicht werden lassen.

Bereite die Gläser vor

Du kannst ganz normale Schraubgläser verwenden. Der Fachbegriff dafür heißt „Twist Off Gläser“. Achte darauf, dass die Deckel unbeschädigt sind. Deckel von Gurkengläsern, Silberzwiebeln oder Rollmops unbedingt ersetzen, sonst wird deine schöne Gemüsebrühe nach selbigen schmecken. Twist-Off-Deckel findest du in allen Größen für kleines Geld im Internet.

Besorge dir also entsprechend deiner Gemüsebrühe-Menge genügend Gläser. Ich verwende gerne Twist-Off-Flaschen, in denen es passierte Tomaten im halben Liter zu kaufen gibt.

Spül die Gläser gründlich mit Spülmittel. Sie müssen fettfrei sein.

Stelle die Gläser oder Flaschen ohne Deckel in den Backofen auf ein Gitter und stelle ihn auf 150° C (Hitzeart ist egal). Wenn die Temperatur erreicht ist, lässt du deine Glassammlung 15 Minuten darin schwitzen. Ohne Wasser, ohne alles, du kannst darauf achten, dass sich die Gläser nicht berühren.

Dann dürften die meisten fiesen Elemente wie Keime, Bakterien und so weiter hinüber sein. Das ist wichtig, weil die sonst später deiner schöne Gemüsebrühe den Garaus machen könnten.

In einigen Foren wird hier von „Sterilisieren“ gesprochen. Das ist es beileibe nicht, und fachkundige Menschen aus professionellen Laboren würden darüber nur lachen. Für unseren Zweck reicht aber diese Hitzebehandlung aus. Andererseits wird die die Reinigung der Gläser in der Spülmaschine als ausreichend empfohlen. Mir ist das zu wenig. Die kommt halt nur auf 70°C oder so und man weiß nie, was darin noch für Reste hängen – da gehe ich lieber auf Nummer sicher.

Koche die Deckel für 5 Minuten in Wasser aus. Im Topf, auf dem Herd, ganz einfach. Wenn du hast, noch einen großzügigen Schuss Essigessenz dazu. Wichtig ist nur, dass du das ganze mindestens 5 Minuten blubbernd kochen lässt. Inzwischen sind auch deine Gläser im Ofen fertig. Lass sie abkühlen, so dass du sie anfassen kannst.

Jetzt geht es ans Befüllen der Gläser: Mit einer Kanne (als Einkochprofi wirst du dir irgendwann ohnehin einen Trichter zulegen) füllst du deine Gemüsebrühe in die Gläser. Achte darauf, dass der Rand nicht verkleckert wird. Er muss trocken und fettfrei sein. Falls doch mal was daneben geht, mit einem Küchentuch gründlich abwischen. Essigessenz ist dabei dein bester Freund. Die inzwischen ausgekochten Deckel sind nun auch abgekühlt, so dass du dir nicht mehr die Pfoten verbrennst, und du kannst sie jetzt fest auf die Gläser schrauben.

Jetzt geht’s ans Eingemachte

Stelle die Gläser in dein tiefstes Backblech und befülle es ca. 3 cm hoch mit Wasser. Alternativ geht auch eine Auflaufform oder so.

Stelle die Gläser in das Wasserbad. Achte darauf, dass sie sich gegenseitig nicht berühren. Sie dürfen auch nicht mit der Backofenwand in Kontakt kommen.

Achtung, jetzt kommt’s: Heize den Ofen auf 170°C. Sobald es in den Gläsern blubbert, beginnt die Einkochzeit! Dann drehst du die Hitze auf 150°C zurück und stellst dir den Küchenwecker auf 30 Minuten. Aufgemerkt: Diese Zeit variiert von Einkochgut zu Einkochgut. Bei klarer Gemüsebrühe sind 30 Minuten ausreichend.

Wenn du nicht auf mich gehört hast, und gleich was „dickeres“ wie Kürbissuppe einkochen möchtest, kommt jetzt ein Tipp: Stelle ein verschlossenes Einkochglas gefüllt mit Wasser mit in den Ofen. Bei diesem sogenannten Kontrollglas siehst du das Blubbern besser, als bei deiner dicken Suppe. Die Einkochzeit für Kürbissuppe beträgt übrigens 120 Minuten.

Fertig ist der Lack

Am Ende der Einkochzeit die Gläser mit Topflappen herausnehmen und auf einem Küchenhandtuch abkühlen lassen. Wichtig ist, dass sie nicht Zugluft oder starken Temperaturschwankungen ausgesetzt werden, weil sie sonst platzen können. (Frisch eingekochte Gläser im Winter auf den Balkon zum Abkühlen zu stellen, ist definitiv keine gut Idee.)

Goldene Regel: Beim Abkühlen Finger weg!

Lass die Gläser (am besten über Nacht) einfach ganz in Ruhe. Das Einkochgut kühlt ab und das Vakuum bildet sich. Bei den Twist Off Gläsern zieht sich der Deckel nach unten. Dadurch entsteht das bekannte „Knacken beim Öffnen“. Ob deine Gläser Vakuum gezogen haben, kannst du einfach prüfen, in dem du auf den Deckel drückst. Wenn er noch nachgibt, ist etwas schief gelaufen. Dann verarbeite die Brühe am besten gleich oder starte einen weiteren Einkochversuch.

Herzlichen Glückwunsch!

Wenn alles dicht ist, ist deine Gemüsebrühe jetzt gut versorgt – in ihrem Vakuum im Glas. Du kannst das Glas jetzt hübsch beschriften und in deine Speisekammer stellen. Dort hält sie sich ewig, sofern das Vakuum besteht. Sollte ein Glas beim Öffnen nicht das bekannte Knacken von sich geben, sei so gut, und entsorge den Inhalt! Wir wollen ja keine Bauchschmerzen oder Schlimmeres risikieren…

Aber wenn es knackt, bist du ab jetzt immer gerüstet für eine schöne Nudelsuppe, ein Risotto oder einfach eine heiße Brühe zwischendurch.

Yeah, weck it up!

 

Hallo, ich bin Steffi!

Ich blogge aus dem Schwäbischen und koche für mein Leben gern – am liebsten für viele Gäste.

Aber seit ich Mama bin und wieder arbeite, ist von dieser Leidenschaft leider nur „Essen machen“ geblieben. Bis ich das Einkochen entdeckt habe!

Auf meinem Blog zeige ich euch, wie ihr leckeres, gesundes Essen auf Vorrat in eure Speisekammer bringt. Mehr über mich…

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2 Comments

  • Reply
    Marcus
    27. Dezember 2017 at 19:15

    Ich muss sagen, Steffi, das liest sich spitze. *daumenhoch*

    • Reply
      steffi
      30. Januar 2018 at 12:00

      Dann frisch ans Werk, Marcus! Meld dich gern, wenn du Fragen hast. Weck it up!

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